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Catch Can voll: Die Wartung, von der ich beim Defender nichts wusste

Mein Catch Can im Defender war voll und der Motorraum entsprechend ölig. Wie ich den Fehler entdeckt, den Behälter geleert und den Motorraum anschließend gereinigt habe.

Catch Can beziehungsweise Ölabscheider im Motorraum meines Land Rover Defender 110 TD5
UPDATED 20.09.2026READ / 6 MINTYPE / Werkstatt-Notiz / Praxiserfahrung

Hätte ich mal früher gewusst, dass mein Defender einen Catch Can hat. Noch besser wäre gewesen, wenn mir jemand gesagt hätte, dass man das Ding auch mal leeren sollte. Der Vorbesitzer hatte das leider nicht erwähnt – und irgendwann war der Behälter dann einfach voll.

Das Ergebnis war entsprechend schön: Öl im Motorraum, Staub drauf und daraus diese herrliche klebrige Pampe, die sich überall festsetzt. Also Motorhaube auf, kurz geflucht und wieder etwas über den Defender gelernt. ;)

Den Catch Can hatte ich schlicht nicht auf dem Schirm

Bei einem alten Defender übernimmt man eben nicht nur das Auto, sondern auch alles, was die Vorbesitzer irgendwann eingebaut oder verändert haben.

Bei mir gehört dazu ein Catch Can beziehungsweise Ölabscheider. Dass der verbaut ist, wusste ich nicht. Dass sich darin Öl sammelt und der Behälter irgendwann geleert werden muss, dementsprechend auch nicht.

Bis er voll war.

Was macht das Ding überhaupt?

Kurz gesagt sitzt der Catch Can in der Kurbelgehäuseentlüftung. Dort entstehen Blow-by-Gase, in denen auch feiner Ölnebel steckt. Der Catch Can soll einen Teil davon abscheiden, damit das Öl nicht einfach weiter durch das System wandert.

Bei meinem Einbau sammelt sich das abgeschiedene Öl im Behälter. Und wenn der voll ist, hat man irgendwann genau die Sauerei, die ich hatte.

Welcher Catch Can bei meinem Defender genau verbaut ist, muss ich noch herausfinden. Deshalb gibt es von mir hier auch keine aus der Luft gegriffene Kilometerzahl. Seit der Aktion schaue ich einfach regelmäßig rein und beobachte, wie schnell sich meiner tatsächlich füllt.

Dann war das Ding voll

Ölige Verschmutzung an Leitungen und Bauteilen im Motorraum meines Defender TD5
Öl und Staub hatten sich im Motorraum zu einer hartnäckigen Schicht verbunden. Genau diese Verschmutzung wollte ich nach dem Leeren des Catch Cans wieder loswerden.

Dass etwas nicht stimmt, war irgendwann kaum noch zu übersehen. Im Motorraum hatte sich Öl verteilt und zusammen mit Staub und normalem Straßendreck eine ordentliche Schicht gebildet.

Also erstmal den Catch Can geleert und sauber gemacht. Danach habe ich den gröbsten Öl- und Dreckfilm im Motorraum entfernt, bevor ich mit Reiniger und Wasser weitergemacht habe.

Das war mir auch wichtig, weil ich nach der Reinigung wieder sehen wollte, ob irgendwo frisches Öl auftaucht. Wenn der ganze Motorraum sowieso schon eingesaut ist, erkennt man neue Undichtigkeiten irgendwann kaum noch.

Motorraum reinigen mit Koch-Chemie Green Star

Für die eigentliche Reinigung habe ich Koch-Chemie Green Star genommen. Den hatte ich sowieso da und Koch-Chemie nennt Motorreinigung auch ausdrücklich als Einsatzbereich.

Ich habe den Green Star bei der Aktion 1:10 gemischt. Koch-Chemie selbst gibt je nach Verschmutzung einen Bereich von 1:5 bis 1:30 an – damit lag meine Mischung also ziemlich mittendrin.

Aufgesprüht, kurz arbeiten lassen und anschließend wieder runter damit. Wichtig ist laut Hersteller vor allem: nicht antrocknen lassen und nicht auf heißen Oberflächen anwenden.

Den Koch-Chemie Green Star findet ihr auch bei den Produktempfehlungen zum Beitrag. Das ist ein Affiliate-Link.

Für die Reinigung extra in die Waschanlage

Ich habe das Ganze nicht einfach auf dem Hof gemacht, sondern bin dafür extra zu einer Waschanlage gefahren, bei der Motorraumreinigung ausdrücklich erlaubt ist.

Gerade wenn Öl im Spiel ist, möchte ich die Brühe nicht irgendwo in der Einfahrt oder auf unbefestigtem Boden verteilen. Und auch bei SB-Waschplätzen würde ich vorher schauen, was dort tatsächlich erlaubt ist. Motorraumwäsche ist längst nicht überall freigegeben.

Ich habe dabei übrigens auch nicht stumpf mit dem Hochdruckreiniger auf alles draufgehalten. Stecker, Elektrik, Ansaugung und andere empfindliche Stellen brauchen nun wirklich keinen Wasserstrahl aus nächster Nähe.

Danach konnte man endlich wieder etwas erkennen

Ich wollte keinen Motorraum fürs Treffen oder die nächste Hochglanzbroschüre. Mir ging es einfach darum, das alte Öl und den daran klebenden Dreck wegzubekommen.

Und das hat einen ganz praktischen Vorteil: Wenn jetzt irgendwo wieder Öl auftaucht, kann ich deutlich besser erkennen, ob es frisch ist und wo es ungefähr herkommt.

Vorher war das teilweise einfach nur noch: irgendwo ölig, irgendwo dreckig, viel Spaß bei der Suche. :D

Wie oft leere ich den Catch Can jetzt?

Erstmal ganz pragmatisch: Ich schaue nach.

Ich werde den Catch Can bei den normalen Kontrollen mit aufmachen und beobachten, wie schnell er sich füllt. Daraus ergibt sich dann irgendwann automatisch ein sinnvolles Intervall für meinen Defender.

Aktuell sieht meine kleine Catch-Can-Regel deshalb so aus:

  • regelmäßig nach dem Füllstand schauen,
  • beim normalen Service nicht mehr vergessen,
  • beobachten, wie viel Öl sich tatsächlich sammelt,
  • und Hersteller beziehungsweise Modell noch eindeutig herausfinden.

Das ist mir lieber als irgendeine pauschale Kilometerangabe aus einem Forum zu übernehmen, die mit meinem Einbau am Ende überhaupt nichts zu tun hat.

Wieder ein Punkt mehr auf meiner Defender-Liste

Eigentlich ist die Geschichte ziemlich typisch für meinen Defender. Ich entdecke immer wieder irgendeinen Umbau, irgendeine Lösung oder irgendein Detail, das ein Vorbesitzer irgendwann eingebaut hat und das ich erstmal kennenlernen muss.

Der Catch Can gehört jetzt definitiv nicht mehr zu den unbekannten Teilen. :D

Behälter geleert, Motorraum sauber gemacht und direkt einen neuen Punkt auf meiner Wartungsliste ergänzt.

Wieder was gelernt. ;)

Mehr von solchen Umbauten, Fehlern und kleinen Erkenntnissen landet nach und nach in meinem Bereich Project Defender.

FAQ

Was macht ein Catch Can beim Diesel?

Ein Catch Can beziehungsweise Ölabscheider trennt einen Teil des Ölnebels aus den Blow-by-Gasen der Kurbelgehäuseentlüftung. Je nach System wird das Öl gesammelt oder wieder zurückgeführt.

Wie oft muss ein Catch Can geleert werden?

Das hängt vom verbauten System und davon ab, wie viel sich tatsächlich sammelt. Bei meinem Defender kontrolliere ich den Behälter jetzt regelmäßig und leite daraus mein eigenes Intervall ab. Herstellerangaben gehen natürlich vor, sobald ich meinen Catch Can eindeutig identifiziert habe.

Kann man Koch-Chemie Green Star für den Motorraum verwenden?

Ja. Koch-Chemie nennt Motorreinigung ausdrücklich als Anwendungsbereich. Der Hersteller gibt je nach Verschmutzung eine Verdünnung von 1:5 bis 1:30 an. Ich habe bei meiner Reinigung 1:10 verwendet.

Darf ich eine Motorwäsche in jeder SB-Waschanlage machen?

Nein, davon würde ich nicht ausgehen. Ich war bewusst in einer Anlage, in der Motorraumreinigung ausdrücklich erlaubt ist. Also vorher lieber kurz die Regeln beziehungsweise Beschilderung checken.

Quellen und technische Einordnung


ON//
Christian Hobohm

Outdoor Nerd trennt Praxistest, Recherche und Produktdaten sichtbar. Wo ich etwas nicht selbst getestet habe, behaupte ich das auch nicht.

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